Magische Kohlsuppe - was steckt hinter der Wunderdiät?
Schlank werden durch fettes Essen?
Als eine der ältesten sogenannten Crashdiäten kam bereits in den 1970er Jahren die „Magic Soup“ oder Kohlsuppendiät aus den USA zu uns und wurde durch Empfehlung von Prominenten und die Verbreitung über Frauenzeitschriften schnell populär. Später wurden mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht, welche unter anderem abgewandelte Diätprogramme und Rezept-Varianten enthielten, darunter selbst solche von Spitzenköchen. Inzwischen ist Kohlsuppe auch als Konserve im Lebensmittelhandel sowie in Kapselform bei Drogerien und Apotheken erhältlich. Die Kohlsuppen Diät verspricht einen Gewichtsverlust von bis zu fünf Kilogramm innerhalb einer Woche. Durch Entschlackung des Körpers soll ein zusätzlicher gesundheitlicher Nutzen erzielt werden.
Magische Kohlsuppe - Rezept
- 1 Kopf Weißkohl
- 1 kg Karotten
- 6 Zwiebeln
- 2 Paprika
- 1 Stange Sellerie
- 8 geschälte Tomaten
- Kräuter wie Petersilie
- Gewürze wie Chili, Pfeffer und Kümmel
Gemüse waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden oder grob mixen. Mit mindestens 5 Litern Wasser 5-10 Minuten aufkochen und anschließend 20-25 Minuten bei schwacher Hitze ziehen lassen. Vor dem Servieren mit Kräutern und Gewürzen abschmecken. Nicht salzen! Die Suppe kann warm oder kalt verzehrt werden und lässt sich problemlos portionsweise aufwärmen. Im Kühlschrank ist sie mehrere Tage lang haltbar und kann daher auf Vorrat gekocht werden. (Das angegebene Rezept reicht im Normalfall für mehrere Tage, für eine fastende Person häufig für die ganze Fastenwoche.)
Zahlreiche Varianten des Rezepts sind bekannt, welche sich vornehmlich durch die genauen Mengenverhältnisse zwischen den Gemüsesorten, durch Weglassen oder Hinzufügen einzelner Gemüse und durch die verwendeten Kräuter und Gewürze unterscheiden. Einige Kohlsuppen-Rezepte empfehlen Gemüsebrühe statt Wasser, gehäutete Tomaten aus der Dose oder verwenden Instant-Zwiebelsuppe anstelle der frischen Zwiebeln.
Magische Kohlsuppe - Diät-Plan
Normalerweise wird die Kohlsuppendiät im Rahmen einer einwöchigen Fastenkur angewandt. Obwohl gelegentlich behauptet wird, dass dabei ausschließlich Kohlsuppe verzehrt werden dürfe, steht in allen konkreten Anleitungen zur Kohlsuppen-Diät für jeden Tag eine Ergänzung auf dem Speiseplan.
Typisch ist folgende Einteilung:
- Tag: Obsttag. Neben der Kohlsuppe ist Obst (mit Ausnahme von Bananen und Honigmelonen) in beliebiger Menge erlaubt.
- Tag: Gemüsetag. Zur Ergänzung darf rohes Gemüse (mit Ausnahme von Mais und Erbsen) gegessen werden. Abends gibt es eine große Pell- oder Ofenkartoffel mit 2 Esslöffeln Magerquark.
- Tag: Rohkosttag. Rohkost aus Obst und Gemüse ist erlaubt.
- Tag: Bananentag. Zusätzlich zur Kohlsuppe sollen drei Bananen sowie 250 ml Magermilch oder 250 g fettarmer Joghurt verzehrt werden.
- Tag: Geflügel- oder Fischtag. Neben 200 g Geflügelfleisch oder magerem Fisch (mit wenig Fett gebraten) sind 6 rohe Tomaten vorgesehen.
- Tag: Fleischtag. Mageres Steak sowie grünes Gemüse und Salat ohne Dressing sind erlaubt.
- Tag: Reistag. Zusätzlich zur Kohlsuppe gibt es Vollkornreis, Gemüse nach Wahl und 250 ml frisch gepressten Obstsaft.
Die Diät baut darauf auf, keinerlei Hungergefühl aufkommen zu lassen. Kohlsuppe darf daher jederzeit und in beliebiger Menge verzehrt werden.
An allen Tagen sollte ausreichend getrunken werden, am besten 3 Liter Mineralwasser ohne Kohlensäure. Alkohol ist verboten, ebenso Limonade (einschließlich Diätlimonade) und gesüßte Obstsäfte. Auf Kaffee und koffeinhaltigen Tee sollte soweit wie möglich ebenfalls verzichtet werden. Auch zum Kohlsuppen-Diät-Plan existieren zahlreiche Varianten, darunter auch solche für Vegetarier. Einige Autoren empfehlen als Ergänzung den Konsum von Eiweißdrinks und Milch, andere sogar Vitamin- oder Mineralstofftabletten.
Die magische Kohlsuppe aus Sicht ihrer Befürworter
Als Crashdiät verspricht die magische Kohlsuppendiät eine Gewichtsabnahme von fünf Kilogramm innerhalb von sieben Tagen. Zurückgeführt wird dieser Effekt auf die „Magie“ der Kohlsuppe, nämlich die besondere Eignung des Weißkohls (und der anderen enthaltenen Gemüsesorten) als sogenannter Fatburner: Die Kohlsuppe enthält kaum Kalorien, dafür aber viele schwer verdauliche Ballaststoffe. Das Verdauungssystem muss sich für deren Umsetzung besonders anstrengen und soll dabei mehr Kalorien verbrennen als die Kohlsuppe selbst enthält. Je mehr Kohlsuppe man isst, desto schneller sollte man daher abnehmen.
Kohlsuppe ist arm an Fett und Kohlenhydraten, dafür aber reich an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen, ebenso an einigen lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, welche die körpereigenen Abwehrkräfte stärken. Weiterhin wird ihr eine entwässernde und entschlackende Wirkung zugeschrieben, welche sich in einem Gefühl der körperlichen Fitness und Schaffenskraft zeigen soll.
Ständiges Hungergefühl während einer Fastenkur gehört zu den häufigsten Gründen für einen vorzeitigen Abbruch. Auch aus medizinischer Sicht wird von Hungerkuren und dem damit verbundenen Ignorieren des Hungers als Warnsignal des Körpers dringend abgeraten. Die Kohlsuppendiät vermeidet Hunger, indem sie den Fastenden ausdrücklich dazu ermutigt, beim leisesten Hungergefühl einen Teller Kohlsuppe oder ersatzweise eine Portion der für den jeweiligen Tag erlaubten ergänzenden Lebensmittel zu essen.
Häufig wird als Beleg für die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Diät mit der Kohlsuppe auch deren medizinisch kontrollierter Einsatz zur schnellen Gewichtsabnahme stark übergewichtiger Patienten vor größeren Operationen angeführt.
Nachteile und Nebenwirkungen
Selbst die Verfechter der Kohlsuppendiät räumen eine Reihe unerwünschter Nebenwirkungen ein. In erster Linie wird dabei die stark blähende Wirkung des Kohls genannt, welche das Durchhalten nicht nur für den Fastenden selbst, sondern auch für dessen Familie und Arbeitskollegen erschwert. Wie stark die Blähungen ausfallen, hängt nicht nur von der Menge der konsumierten Kohlsuppe, sondern auch von der persönlichen Disposition ab. Wer sensibel auf Weißkohl reagiert, dem muss daher von der Diät mit der Kohlsuppe abgeraten werden.
Darüber hinaus hält sich der Kohlgeruch lange in der Küche und entwickelt sich bei jedem Erwärmen der Suppe neu, so dass er sich unter ungünstigen Umständen im Lauf der Fastenwoche in der gesamten Wohnung festsetzt.
Anwender berichten häufig, dass ihnen die Kohlsuppe zu Diät-Beginn durchaus schmeckt, sie deren Geschmack und Geruch aber nach ein paar Tagen ständiger Aussetzung nicht mehr ertragen können. Die typische Reaktion, sich daraufhin stärker auf die ergänzenden Lebensmittel des jeweiligen Tages zu konzentrieren und die Kohlsuppe zu vernachlässigen, ist nicht im Sinne der Diät und gefährdet den Fastenerfolg. Eine teilweise Lösung des Problems liegt jedoch in der Variation des Rezepts für die Kohlsuppe, auch wenn dieses Vorgehen ein Kochen auf Vorrat ausschließt und daher mit wesentlich höherem Aufwand verbunden ist.
Auch unter denjenigen, die mit der Kohlsuppendiät erfolgreich abgenommen haben, mehren sich die Stimmen, welche die versprochene Steigerung von Fitness und Schaffenskraft während der Diät bestreiten und stattdessen von einsetzender Müdigkeit und einem Gefühl der Abgeschlagenheit spätestens ab dem dritten oder vierten Fastentag berichten.
Die magische Kohlsuppe aus Sicht von Ernährungswissenschaftlern und Ärzten
Die große Mehrzahl der Ärzte und Ernährungswissenschaftler lehnt die Kohlsuppendiät ebenso wie andere Crashdiäten als zu einseitig und für eine dauerhafte Gewichtsabnahme ungeeignet ab.
Die Wirksamkeit von Fatburnern konnte bis heute nicht wissenschaftlich belegt werden. Die beobachtbare Gewichtsabnahme bei Einhaltung der Kohlsuppen-Diät kommt wohl eher durch die kalorienarme Ernährung zustande. Darüber hinaus erzwingt der geringe Gehalt an Kohlenhydraten ein Angreifen der Kohlehydratspeicher im Körper, was mit einer stark entwässernden Wirkung verbunden ist, die sich kurzfristig in einer deutlichen Gewichtsabnahme niederschlägt, welche jedoch nicht von Dauer ist.
Als ausgesprochen ungesund wird von vielen Ärzten die geringe Eiweißaufnahme angesehen. Der Körper greift dadurch auf die Muskelmasse zurück, was nicht zuletzt auch die Möglichkeit zur Fettverbrennung reduziert, welche vornehmlich in den Muskeln stattfindet.
Weiterhin bestreitet die moderne Medizin die Ansammlung von "Schlacken" im Körper und damit auch die Notwendigkeit einer Entschlackung durch eine Fastenkur.
Kritisiert wird auch das Fehlen einer Gewöhnung an eine ausgewogene kalorienarme Ernährung in Verbindung mit körperlicher Bewegung. Der Kohlsuppendiät folgt daher meistens der berüchtigte Jojo-Effekt, welcher den Fastenden nach Ende der Diät schnell auf sein Ausgangsgewicht zurückbringt.
Zusammenfassende Beurteilung
Ärzte und Ernährungswissenschaftler stimmen weitgehend darin überein, dass die Anwendung der Kohlsuppendiät im Rahmen einer einwöchigen Fastenkur ein- oder zweimal jährlich oder in Form eines Fastentags pro Woche (wie von seriösen Befürwortern der Methode empfohlen) einem gesunden Menschen nicht schadet. Menschen mit Stoffwechsel- und Kreislauferkrankungen sowie krankhaftem Übergewicht bedürfen bei der Kohlsuppen-Diät jedoch unbedingt der ärztlichen Überwachung. Eine dauerhafte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und des Lebenswandels ist gerade bei ihnen einer Crashdiät in jedem Fall vorzuziehen.
Als bedenklich stufen Ärzte dagegen ein Verfahren ein, das vor allem in Internetforen häufig für eine große Gewichtsabnahme innerhalb weniger Monate angepriesen wird, nämlich eine Abfolge mehrerer Fastenwochen mit der Kohlsuppendiät kurz hintereinander, häufig nur von ein- bis dreiwöchigen Fastenpausen unterbrochen.