Nie wurde die gesunde und ausgewogene Ernährung so stark thematisiert wie heute. Dies ist umso verwunderlicher, als wir heute in einer Zeit leben, in der - zumindest in unseren Breiten - alles an Nahrungsmitteln verfügbar und sogar im Überfluss vorhanden ist, was das Herz begehrt. Es sollte für jeden gesundheitsbewussten Menschen also ein Leichtes sein, sich richtig, ausgewogen, mineral- und ballaststoffreich zu ernähren. Doch es hat den Anschein, dass gerade das Gegenteil der Fall ist. Umso mehr uns an Lebensmitteln zur Auswahl und zur Verfügung steht, desto stärker steigt das Übergewicht der Bevölkerung an, und umso einseitiger wird oft die Ernährung.
Gesundheit und Nahrungsergänzung
Diäten sind häufig die Folge. Der Gesundheit oder der Optik zuliebe sollen überschüssige Pfunde wieder abgebaut werden. An sich ein lobenswertes Vorhaben, doch leider ist nicht jede Diät auch tatsächlich gesund für den Körper. Wer dauerhaft abnehmen möchte, der muss vermutlich langfristig seine Essgewohnheiten ändern oder umstellen. Doch gerade das fällt vielen Menschen schwer, und so greifen sie zu Nahrungsergänzungsmitteln, die sie bei ihren Diätplänen unterstützen. So werden Vitamine, Abnehmtabletten, Fettverbrenner, Diätpillen, Abnehmpillen und andere Nahrungsergänzungen dem täglichen Speiseplan einfach zugefügt. Die Hersteller der Nahrungsergänzungsmittel legen uns zudem nahe, diese Produkte als ganz selbstverständliche Nahrungsergänzung zu konsumieren. Es wird uns versprochen, dass wir so auf spielend leichte Weise abnehmen, ohne dass wir etwas dafür tun müssen. Doch ist dies richtig, und ist dies gesund?
Natürlich kann man nicht pauschal alle Diätprodukte über einen Kamm scheren. Die Faustregel gilt jedoch durchaus: Je bequemer eine Diät ist, umso weniger ist sie aus gesundheitlichen Gesichtspunkten meist zu empfehlen. Viel gesünder ist eine ausgeewogene Ernährung, über die man sich natürlich auch einige Gedanken machen muss. Auf jeden Fall gilt es jede Form der Einseitigkeit zu vermeiden. Mischen Sie Gemüse mit Fleisch, denken Sie an Kohlehydrate und Getreideprodukte, nehmen Sie Ballaststoffe und Vitamine zu sich. Achten Sie auf Ihre Kalorienzufuhr und gönnen Sie Ihrem Körper etwas Bewegung an der frischen Luft. Eine bewusste und gesunde Ernährung sollte zudem nicht von Verzicht geprägt sein. Sie dürfen alles essen, nur eben in vertretbaren Mengen und vielleicht nicht alles jeden Tag.
Abnehmen mit Nahrungsergänzungsmitteln
Abnehmen mit Nahrungsergänzungsmitteln birgt einige Risiken. Zwar gibt es auch Diätpillen und -produkte, die nicht gesundheitsschädlich sind. Doch ein Umdenken und Umstellen der Ernährung findet meist nicht statt, wenn man sich auf die Effektivität der eingenommenen Nahrungsergänzungsprodukte verlässt. Achten Sie deshalb genau auf die Funktionsweise der gewählten Produkte, und lassen Sie sich ruhig auch von Ihrem Hausarzt beraten. Pillen zur Fettverbrennung binden das konsumierte Fett und führen es in den Ausscheideprozess, so dass Ihr Körper diese Fette gar nicht erst aufnimmt und einlagert. Doch wäre es stattdessen nicht einfacher, einfach weniger der ungewünschten Fette zu konsumieren? An diesem Punkt sollte das Umdenken stattfinden, denn hier beginnt der gesundheitsbewusste und vernünftige Umgang mit dem eigenen Körper.
Risiken
Nahrungsergänzungsprodukte bergen zudem oft das Risiko von gesundheitlichen Schäden durch falsche Anwendung. Bleiben wir zum Beispiel beim Thema Fett. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass Fette schädlich für den Körper wären und nur dick machen. Ganz im Gegenteil: Fette sind wichtige Energie- und Nährstofflieferanten, die unser Körper sogar sehr dringen braucht. Bei einer extrem fettarmen Ernährung zum Beispiel können viele gesunde und natrürliche Bestandteile unserer Ernährung gar nicht vom Körper verwertet werden. Enzyme werden ohne Fett nicht aufgespalten, andere Nährstoffe nicht im Blut transportiert oder vom Körper aufgenommen. So nützt zum Beispiel die beste Ernährung nichts, wenn man es mit der Fettreduktion übertreibt. Leben Sie stattdessen einfach bewusster: Gönnen Sie sich die Butter auf dem Brot, aber streichen Sie sie einfach etwas dünner.
Mit diesem Wissen erscheint auch der Oberbegriff der "Nahrungsergänzung" alsbald als Schönfärberei. Denn in Wirklichkeit wird durch den Konsum von Diätpillen, Diättabletten oder sonstigen Diätprodukten der Speiseplan gar nicht wirklich ergänzt. Der Begriff der Ergänzung legt uns etwas Positives nahe und suggeriert das Gegenteil von Verzicht. In Wirklichkeit verhindern die Diätprodukte jedoch, dass unser Körper in den Genuss der guten und wichtigen Bestandteile der Ernährung kommt. Die Aufnahme wird einfach verhindert. Insofern kann der Begriff "Ergänzung" durchaus als Mogelpackung angesehen werden.
Vitamine & Mineralstoffe
Doch Nahrungsergänzungsmittel werden nicht nur in Form von Diätprodukten von Abnehmwilligen eingenommen. Auch in vielerlei anderer Form sind Nahrungsergänzungsmittel im täglichen Gebrauch. Gerade gesundheits- und ernährungsbewusste Menschen führen ihrem Körper häufig zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe und andere Bausteine zu, weil sie damit einem Mangel ihres Körpers vorbeugen möchten. In einem gewissen Maße ist dies durchaus sogar sinnvoll. Vor allem wenn solche Nahrungsergänzungsmittel in Kombinatiion mit einer bewussten, natürlichen und gesunden Ernährung verwendet werden, können sie dem Anwender einen großen Nutzen bringen. Falsch dagegen wäre es, beispielsweise viele Vitamine einzunehmen, dafür aber auf den Genuss von Obst zu verzichten. Unser Organismus benötigt die Abwechslung einer gesunden und natürlichen Ernährung. Er muss gepflegt werden, und auch der Verdauungstrakt möchte Material bekommen, das er bearbeiten kann. Nur bei der ausreichenden Zufuhr von Ballaststoffen kann die Verdauung gut funktionieren.
Wer seinen Vitamin- und Mineralstoffhaushalt ausschließlich über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln reguliert, der tut sich damit langfristig keinen Gefallen, und dem entgeht zusätzlcih viel Genuss und damit auch ein Stück Lebensqualität. Denn auch das Essen und die Tischkultur, die damit verbundenen Arbeiten und Gespräche, machen einen Teil unseres Lebens und Zusammenlebens aus. Wir sind keine Astronauten im Weltraum, die sich aus praktischen Gründen und nur über einen begrenzten Zeitraum hinweg von stark komprimierten und behandelten Trockenprodukten ernähren müssen.
Nahrungsergänzung für Sportler
Eine ganz andere und viel positivere Bedeutung dagegen kommt den Nahrungsergänzungsmitteln im Sport zu. Fragen Sie einmal einen Leistungssportler oder aktiven Freizeitathleten nach seinem Ernährungskonzept, so erhalten Sie mit Sicherheit die Auskunft, dass er zusätzliche Produkte zur Nahrungsergänzung einnimmt. Das gilt für Ausdauersportarten und Bodybuilding zum Muskelaufbau gleichermaßen. Dabei handelt es sich übrigens nicht um Dopingmittel oder andere zweifelhafte Substanzen, sondern meist nur um wichtige Mineralstoffe und Vitamine, die dem Körper zugeführt werden. Doch warum ist eine Einnahme bei starker sportlicher Betätigung tatsächlich sinnvoll?
Das ist schnell erklärt: Selbst bei normaler körperlicher Betätigung verbraucht der Mensch einen Teil der ihm zur Verfügung stehenden Mineralstoffe und Vitamine, die er über die natürliche Nahrung zu sich nimmt. Ein Sportler jedoch, der regelmäßig trainiert, hat in der Tat einen stark erhöhten Verbrauch und Bedarf an diesen Stoffen. Nicht nur die Muskeln verbrennen Kohlenhydrate, Mineralstoffe und andere wichtige Botenstoffe, sondern ein großer Teil an Mineralstoffen wird auch über das Schwitzen aus dem Körper ausgeschieden. Besonders im Sommer ist der Mineralstoffverlust beim Training besonders hoch, da die hohen Außentemperaturen noch zusätzlich zur Schweißbildung beitragen.
Sportler mit einem sehr hohen Trainingsvolumen von mehreren Stunden pro Woche oder sogar pro Tag tun deshalb gut daran, ihrem Körper gezielt Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen. Dies sollte jedoch nicht planlos und im Übermaß geschehen, sondern wohl überlegt sein. Die bekanntesten Ergänzungsstoffe für Sportler sind mit Sicherheit das Magnesium und das Calcium. Sie stellen ein Mineralstoffgleichgewicht im Körper her, das die Muskulatur leistungsfähig hält. Wird dazu noch etwas Salz eingenommen, so kann der benötigte Pegel im Körper aufrecht erhalten werden. Der Sportler ist dann weniger anfällig für Krämpfe und kann deshalb seine Ausdauerleistung erhöhen. Auch direkt im Wettkampf muss bei Langstrecken oder lange dauernden Anstrengungen der Mineralstoffhaushalt aufgefüllt werden.
Auch für seine Sehnen und Gelenke sollte sich der Sportler interessieren. Hier kann die Einnahme von Selen zur Nahrungsergänzung sehr hilfreich sein, um Verletzungen und Schädigungen vorzubeugen. Wer intensiv Sport treibt, der sollte stets auf seinen Körper achten, und sich gut, gesund, natürlich und ausgewogen ernähren. Im Normalfall reicht dies aus, und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte nur ein Bestandteil der Ernährung sein.
Bei vielen Sportlern kann es bei erhöhtem Trainingsvolumen auch zu einem Mangel an Folsäure und Eisen kommen. Diese beiden Stoffe sind vor allem den Frauen aus der Schwangerschaft bekannt, wo sie häufig eingenommen werden müssen. Sie dienen zur Stabilisierung der Blutwerte und fördern das Zellwachstum. Wie in der Schwangerschaft, so hat auch der Körper des Leistungssportlers einen erhöhten Bedarf an diesen Substanzen, da er ständig neue Zellen bilden muss. Der Körper eines Sportlers, genau wie der einer Schwangeren, arbeitet ständig auf Hochtouren und muss deshalb besonders umsichtig versorgt werden.
